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2019

27. Dezember

Hast Du schon Ölwechsel gemacht?

Wusstest Du, dass bei der großindustriellen Ölproduktion mitunter Leichtbenzin und andere Lösungsmittel zum Einsatz kommen? Hast Du eine Ahnung, wie gängige Pflanzenöle hergestellt werden und ist Dir klar, dass es einen Unterschied für Deine Gesundheit macht, welche Fette und Öle Du isst?

Meine Lektüre derzeit ist das Buch „Ran an das Fett“ von Dr. med. Anne Fleck. Bisher kannte ich die Ernährungsmedizinerin nur aus der NDR-Sendung „Die Ernährungs-Docs“. Auf der Suche nach einem neuen Hörbuch für meine täglichen Autofahrten bin ich eher zufällig auf den Titel gestossen. Mittlerweile habe ich mir dazu auch noch das Buch gekauft – einfach um das Gehörte besser nachschlagen zu können.

Ehrlich geschockt hat mich die Beschreibung des chemischen Herstellungsprozesses von großindustriellen Pflanzenölen. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ein ungünstiges Verhältnis von Omega-6-Fetten zu Omega-3-Fetten hat. Laut Strunz/Jopp werden 20-mal mehr Omega-6-Fette verzehrt als Omega-3-Fette. Ideal wäre ein Verhältnis von 4:1 oder sogar 1:1. Ein besonders ungünstiges Verhältnis von Omega-6-Fetten zu Omega-3-Fetten haben Distelöl, Traubenkernöl und Sonnenblumenöl. Vorteilhaft sind hingegen u.a. kaltgepresstes Leinöl, Hanföl und Walnussöl.

So weit so gut: Zurück zum Pflanzenöl aus dem Supermarkt um die Ecke. Billige Pflanzenöle bestehen, lt. Dr. Fleck, größtenteils aus zertrümmerter Ölsaat, die bei 120 Grad ungefähr zwei Stunden lang erhitzt und dann mit hohem Druck durch gigantische Pressen gequetscht wird.Um aus den Pressrückständen den letzten Rest des Öls herauszulösen, kommen Leichtbenzin oder Hexan zum Einsatz. Da dieses entstandene Gemisch ungenießbar wäre, wird es in der sog. Raffination chemisch gereinigt. Diese zugesetzten Lösungsmittel werden bei 150 Grad herausgedampft. Anschließend muss das Öl noch „entschleimt“ werden, für die bessere Haltbarkeit. Beim sog. „Entsäuren“ kommen Alkalilaugen wie Natronlauge dazu, um die freien Fettsäuren zu „verseifen“. Diese Seife wird dann vom Öl getrennt. Um die Farbstoffe zu entfernen, folgt eine Bleiche. Hierfür werden Temperaturen von 110 Grad und Chemikalien wie Ätzkalk und Bleicherden verwendet. Damit unter Umständen noch vorhandene Spuren von Lösungsmitteln und Pestiziden vernichtet werden, folgt die abschliessende Desodorisation (Hochvakuumdestillation) über mehrere Stunden bei Temperaturen von 240 Grad bis 280 Grad. Allerdings bilden sich teilweise beim Dämpfen schädliche Transfettsäuren, was dem Ganzen meiner Meinung nach noch „die Krone aufsetzt“.

Und die Lösung? Ich habe zum Glück schon seit langem billiges Pflanzenöl aus unserer Küche verbannt. Statt Margarine gibt es bei uns Butter. In den Salat kommen Olivenöl extra vergine, Leinöl und Walnussöl. Und zum Braten und Kochen verwenden wir Ghee, Kokosfett und Olivenöl.